Konstantin Klein

Occasional Hypertext since 2000

29. Januar 2012
von Konstantin Klein
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ACTA ad Acta!

Ein Brief an alle Mitglieder des EU-Parlaments:

Als besorgte Bürger der Welt rufen wir Sie dazu auf, für ein freies und offenes Internet einzustehen und die Ratifizierung des Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) abzulehnen. Das Internet ist ein wichtiges Mittel für den weltweiten Gedankenaustausch und die Förderung von Demokratie. Zeigen Sie echtes globales Führungsverhalten und schützen Sie unsere Rechte.

Habe ich unterschrieben, wie in der Netzdemokratie üblich, mit Mailadresse und Mausklick, schon gestern abend. Musste ich noch nicht mal den Arsch dafür bewegen, hätte ich aber auch getan. Inzwischen sind wir 935.470 and counting

Das ist eine von zwei großen internationalen Unterschriftensammlungen gegen ACTA, die andere ist von Access Now, bei denen ich auch schon mal gezeichnet habe, damals gegen SOPA (wir erinnern uns, der Gesetzentwurf, gegen den Teile des Netzes mit “Licht aus!” protestiert hatten). Sie haben also die Wahl.

Und warum lohnt es sich, zu unterschreiben?

ACTA — ein weltweites Abkommen — könnte Konzernen erlauben, das Internet zu zensieren. Es wurde von wenigen reichen Ländern und mächtigen Konzernen ausgehandelt und würde einen neuen, nicht gewählten, “ACTA-Ausschuss” ins Leben rufen, der es privaten Interessen erlauben würde, alles, was wir Online machen zu überwachen und drakonische Bußgelder — oder gar Gefängnisstrafen — gegen alle zu verhängen, die angeblich ihren Geschäften schaden.

Es ist also, so die Erklärung von Avaaz.org, ein weiterer Versuch, den angeblich rechtsfreien Raum Internet zu regulieren. Im Sinne der “Sponsoren” dieser Gesetzgebung, versteht sich. Das muss ich nicht gut finden. Also unterschreibe ich. Sie auch? Arsch hoch ist dazu nicht nötig (s.o.), aber erlaubt. Woanders hissen sie schon Piratenflaggen (nicht die der Partei!).

Mehr zum Thema ACTA hat man bei netzpolitik.org gesammelt.

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25. Januar 2012
von Konstantin Klein
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Alternativlos?

Man ist es sich ja schon fast selbst (wenn schon keinem Anderen) schuldig, nach der verpennten Panikmeldung von heute morgen, eine Bestandsaufnahme der eigenen Googlebindung nebst Auflistung möglicher Alternativen vorzunehmen.

Also: anschnallen, Tischchen hochklappen, here we go:

Google selbst, also die Suche – immer mehr darauf zugeschnitten, was Google für meinen Geschmack bzw. Bedarf hält, und gerade deshalb jetzt in der Kritik. Der Ersatz für mich ist jetzt versuchshalber DuckDuckGo, eigentlich eine Metasuchmaschine mit vielen Optionen und einem Schwerpunkt darauf, ihre User eben nicht auszuspionieren zu verfolgen.

Google Mail oder Gmail - auch hier gibt es genug Mitbewerber auf dem Markt, u.a. der deutsche Anbieter, der GMail ein X für ein “ail” vormachen will. Im Grunde stehe ich aber allen kommerziellen Mail-Anbietern gleichermaßen misstrauisch gegenüber, und wozu betreibt man schließlich eine eigene Domain? Das große Plus der Mailanbieter gegenüber dem Mailaccount auf dem eigenen Webspace ist allerdings die umfangreiche Möglichkeit, Mail schon auf dem Server zu bearbeiten, zu filtern und zu scannen. Vielleicht kann ich mich doch für einen Zoho-Account mit eigener Maildomain entscheiden. Hätte auch den Vorteil, dass ich damit gleich GCal, den Google-Kalender, und Google Docs miterlegt hätte. Zoho gleicht den Google Apps, nur ohne Google. Und mit mehr Funktionen. Und für (wenig) Geld.

Google Tasks? Wunderlist.

Google Maps und Google Reader? Da wird es schwierig. Die Maps nutze ich vor allem auf dem (Android-)Henndie, und da sind sie aus naheliegenden Gründen unschlagbar. Und für den Guglrieder habe ich einfach noch keinen adäquaten Ersatzfeedreader gefunden, der im Netz zuhause ist.

Google+ würde ich vermissen.

Ganz generell gilt: Das mobile computing würde unter dem Switch auf Google-Alternativen leiden. Mit einem Henndie und einem Android-Tablet ist der Mensch schon gut ins Googleversum eingebunden, und alle Alternativen sind mit Arbeit und Komfortverlust verbunden. Aber das ging mir damals, mit dem iPhone und (kicher!) MobileMe, einem der minder guten Apple-Produkte nicht anders.

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25. Januar 2012
von Konstantin Klein
9 Kommentare

Schneesturm oder Shitstorm

Mag sein, dass ich noch nicht ganz wach bin, mag aber auch sein, dass Google da was falsch verstanden hat (obwohl ich angesichts der versammelten Intelligenz bei Google und der Menge Geldes, die Google für die Benutzung dieser Intelligenz ausgibt, eigentlich nur hoffen kann, dass ich es bin, der hier was falsch versteht). Jedenfalls lese ich mit großem Erstaunen in der Newsletterabteilung meiner Mailbox diese Schlagzeile:

Google announces privacy changes across products; users can’t opt out

Inhalt des Artikels, kurz zusammengefasst: Google bündelt seine Produkte – und unsere Nutzung derselben – noch enger und verlangt, dass wir Google-Nutzer zustimmen, dass unsere Aktivitäten innerhalb dieser Produkte verfolgt und – versteht sich – zu unserem Nutzen ausgewertet werden. Bangemachen Neinsagen gilt nicht.

Die Begründung dafür klingt ein wenig nach “Wir haben jetzt soviel Intelligenz in diese ‘Verbesserung’ gesteckt, da könnt ihr nicht erwarten, dass wir uns auch noch eine schlaue Begründung ausdenken”:

[...]if you’re signed in, we may combine information you’ve provided from one service with information from other services. In short, we’ll treat you as a single user across all our products, which will mean a simpler, more intuitive Google experience.

…schreibt Alma Whitten, die bei Google ausgerechnet für den Datenschutz bei Produkten und Entwicklung verantwortlich ist, in einem Blogpost.

Well done, Google.

Speziell in Zeiten, in denen auch ernstzunehmendere (geht so ein Komparativ eigentlich?) Gestalten im Netz über einen Wechsel zu – ausgerechnet! – Microsofts Suchmaschine Bing oder zu weniger bekannten Alternativen wie Badabing DuckDuckGo wechseln nachdenken, würde ich das schon als besonders hasenhirnigen move bezeichnen.

Aber, wie gesagt: Vielleicht brauche ich erst noch einen Kaffee, um die Weisheit dieser Entscheidung zu kapieren. Und die ganzen besorgten Datenschützer, die die WashPost in ihrem oben (und gleich nochmal) verlinkten Artikel zitiert, auch.

Update: Golem.de findet immerhin Googles Offenheit gut und hat damit Recht. Aber man spricht auch die einzige Möglichkeit an, bei dieser Datenkuppelei nicht mitzumachen: auf Google verzichten. Ganz oder teilweise.

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18. Januar 2012
von Konstantin Klein
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SOPA? Streik!

Wikipedia streiktEs geht doch nichts über ein wenig symbolism in the morning. Und weil die Beratung über das US-amerikanische Internet-Zensurgesetz SOPA zwar  derzeit ausgesetzt ist, die Leute dahinter (= die üblichen Verdächtigen) aber weiter daran herumfeilen, gehen heute nicht nur wichtige Seiten wie die englische Wikipedia offline; auch unwichtige Seiten zeigen den Unmut ihrer Betreiber und beteiligen sich am [zensiert] Sopa-Streik!

Nein, ich mache mir nichts vor, was den Effekt solcher Aktionen auf die angeht, die mit Gesetzen ihre sterbenden Geschäftsmodelle schützen und/oder unter der Überschrift “Copyright” Zensur-Infrastrukturen einführen wollen. Aber Maul halten gilt deshalb noch lange nicht.

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16. Januar 2012
von Konstantin Klein
4 Kommentare

New Tool/Toy on Board

Motorola RAZRFast genau zwei Jahre hat mein Nexus One gehalten. Vor einigen Wochen fing es an, in der Präzisionsnote zu schwächeln. Der Touchscreen hatte wohl genug von meinen Fingerabdrücken und reagierte mal langsam, mal gar nicht, mal einfach ungenau. Dazu kommt, dass das Nexus One vor zwei Jahren, was Hard- und Software anging, das Android-Referenzgerät war. Musste man ja haben, näch? Heute ist es das nicht mehr, wurde nacheinander von zwei Samsung-Geräten überholt.

Vor einigen Wochen fragte ich dann hier (und hier!) nach, welches Telefon wohl ein würdiger Nachfolger wäre. Die Antworten gingen so in Richtung Samsung Galaxy Nexus, das amtierende Google-Referenzdings.

Guess what. Es wurde ein Motorola RAZR. Erste Eindrücke nach zwei Tagen:

  • Groß. Nicht ganz so groß wie das Galaxy Nexus, das ich mal probehalber in die Hand genommen hatte, aber doch sehr groß. Und sehr dünn. Also in jeder Hinsicht das genaue Gegenteil von mir.
  • Das Display heißt nicht nur Super AMOLED, es ist es auch. Super. Riesenauflösung (540×960), satte Farben.
  • Das Nexus One ist auch zwei Jahre nach seinem Erscheinen nicht wirklich langsam. Gegen den RAZR schleicht es vor sich hin.
  • Der Empfang im Billignetz ist erheblich besser als der des Nexus One: Wo das Nexus ein E anzeigt, zeigt der RAZR 3G oder sogar “H”. Ist das möglich oder Zufall?
  • In der Android-Version hinkt der RAZR dem Nexus One um 0.0.1 hinterher (2.3.5 statt 2.3.6), soll aber zu den Geräten gehören, die demnächst ein Update auf Android 4.0 Ice Cream Sandwich erhalten sollen. Wenn das zutrifft, könnte das an dieser Stelle einen Videobericht bedeuten.
  • Widgets. WIDGETS! (Heimliche Sucht, das…) Und mein aktueller Lieblingshintergrund!! Ein aus Silhouetten bestehender, aber in 3 D angeordneter Wald, in dem das Wetter das gleiche ist wie am aktuellen Standort (im vorliegenden Fall Schneeregen am Abend, was den Wald schön düster aussehen lässt. Fühlt man sich gleich kuschelig warm zuhause).
  • Akku. Nun ja. Akku. Wie eigentlich bei jedem Smartphone, das ich bisher hatte, ist die Akkulebensdauer in den ersten Tagen unterirdisch kurz.Weil das Spielkalb nicht die Finger von dem Ding lassen kann, hatte ich den Akku bisher jeweils nach zwölf bis vierzehn Stunden auf 20% der Kapazität heruntergespielt; das ist der Punkt, an dem ein Android-Telefon anfängt, jammernd nach dem Ladekabel zu schreien (Android-Tablet übrigens seltsamerweise nicht. Die behalten bei bis unter 10% die Nerven). Die Erfahrung mit früheren Androiden in diesem Haus zeigt aber, dass sich die tägliche Zeit bis zum Wiederaufladen rasch verlängert, wenn der Neuigkeitswert nachlässt und der (Arbeits-) Alltag einbricht.
  • Noch was zum Akku. Nachdem ich mal ein iPhone im See versenkte, hatte ich mir geschworen, nur noch Geräte zu kaufen, bei denen man den Akku wechseln (oder in Seenot ganz rasch entfernen) kann. Mist. Der Akku des RAZR ist fest verbaut. Note to self: Von Seen fernhalten.

Jo. Und jetzt warte ich auf das Update zu Android 4.0.

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