Ein Brief an alle Mitglieder des EU-Parlaments:
Als besorgte Bürger der Welt rufen wir Sie dazu auf, für ein freies und offenes Internet einzustehen und die Ratifizierung des Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) abzulehnen. Das Internet ist ein wichtiges Mittel für den weltweiten Gedankenaustausch und die Förderung von Demokratie. Zeigen Sie echtes globales Führungsverhalten und schützen Sie unsere Rechte.
Habe ich unterschrieben, wie in der Netzdemokratie üblich, mit Mailadresse und Mausklick, schon gestern abend. Musste ich noch nicht mal den Arsch dafür bewegen, hätte ich aber auch getan. Inzwischen sind wir 935.470 and counting…

Das ist eine von zwei großen internationalen Unterschriftensammlungen gegen ACTA, die andere ist von Access Now, bei denen ich auch schon mal gezeichnet habe, damals gegen SOPA (wir erinnern uns, der Gesetzentwurf, gegen den Teile des Netzes mit “Licht aus!” protestiert hatten). Sie haben also die Wahl.
Und warum lohnt es sich, zu unterschreiben?
ACTA — ein weltweites Abkommen — könnte Konzernen erlauben, das Internet zu zensieren. Es wurde von wenigen reichen Ländern und mächtigen Konzernen ausgehandelt und würde einen neuen, nicht gewählten, “ACTA-Ausschuss” ins Leben rufen, der es privaten Interessen erlauben würde, alles, was wir Online machen zu überwachen und drakonische Bußgelder — oder gar Gefängnisstrafen — gegen alle zu verhängen, die angeblich ihren Geschäften schaden.
Es ist also, so die Erklärung von Avaaz.org, ein weiterer Versuch, den angeblich rechtsfreien Raum Internet zu regulieren. Im Sinne der “Sponsoren” dieser Gesetzgebung, versteht sich. Das muss ich nicht gut finden. Also unterschreibe ich. Sie auch? Arsch hoch ist dazu nicht nötig (s.o.), aber erlaubt. Woanders hissen sie schon Piratenflaggen (nicht die der Partei!).
Mehr zum Thema ACTA hat man bei netzpolitik.org gesammelt.